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IJFD – Träger, Stellen, Alternativen zum Internationalen Jugendfreiwilligendienst

Der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) ist der Jungspund unter den geregelten Auslands-Freiwilligendiensten und bietet jungen Freiwilligen seit 2011 Stellen auf allen 5 Kontinenten. Zuschüsse vom Bundesfamilienministerium sorgen für komfortable Rahmenbedingungen. Was viele allerdings nicht wissen: die rund 130 Träger, die für die Projekte in den Einsatzländern verantwortlich sind, müssen einen erheblichen Eigenanteil an den Projektkosten tragen. Deswegen erwarten sie, dass die Teilnehmenden über einen Spenderkreis bis zu 4.000€ dazu beitragen, in Ausnahmefällen sogar noch mehr. Wir haben uns für Sie schlau gemacht und die wichtigsten Fakten zum IJFD in unseren Infografiken zusammengestellt. Hier erfahren Sie, was er im Vergleich zu weltwärts, EFD & Co zu bieten hat, und welche die für Sie besten Alternativen zum IJFD sind.  

Inhaltsverzeichnis

 

IJFD: Nachfolger von FSJ/FÖJ im Ausland und ADiA

Seit seiner Einführung im Jahre 2011 ersetzt der IJFD nach und nach die anderen Auslands-Freiwilligendienste, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend betreut werden. Dazu zählen die Einsatzstellen des FSJ und des FÖJ im Ausland sowie der Andere Dienst im Ausland (ADiA). Die Teilnehmerzahlen beim IJFD steigen, während sie bei FSJ und FÖJ im Ausland sowie beim ADiA sinken, beim letzteren schon fast gegen null. Als quasi Vereinigungsmenge seiner drei Vorgänger ist das Spektrum der Aktivitäten und Zielländer des IJFD entsprechend vielfältig.Deutsche Freiwillige pro Jahr in Freiwilligendiensten

Die Teilnahme am IJFD ist zwar kostenlos, aber…

Wer seinen Auslandseinsatz über den IJFD organisiert, profitiert wie bei fast allen geregelten Freiwilligendiensten von staatlichen Zuschüssen. Für die Freiwilligen bedeutet das in der Regel:

  • Taschengeld (meist 100 €/Monat)
  • Unterkunft & Verpflegung
  • Reisekostenerstattung
  • diverse Versicherungen

Die Betonung liegt hier auf „in der Regel“, denn gesetzlich vorgeschrieben ist nur die Versicherung der Freiwilligen, z. B. gegen Unfälle. Alles andere liegt im Ermessensspielraum der Trägerorganisationen, die oft nur einen Teil der Reisekosten erstatten und das Taschengeld vergleichsweise gering halten. Das liegt aber nicht an ihrer Sparpolitik, sondern am Zuschuss des Bundes, der auf maximal 350€/Monat begrenzt ist. Diese Fördergelder reichen nicht aus, um sämtliche Projektkosten zu decken, weshalb die Träger von den Freiwilligen in der Regel eine Beteiligung an den Kosten erwarten.

Und das funktioniert so: Da die Trägerorganisationen von den Freiwilligen auf direktem Weg kein Geld annehmen dürfen, regen sie den Aufbau eines „privaten Spenderkreises“ an. Die Freiwilligen bitten also Freunde, Bekannte oder auch Firmen um Spenden für „ihr“ Projekt. Wenn alles perfekt läuft, überweisen diese der Entsendeorganisation ausreichend Spendengelder. Je nach Projekt legen die Träger die Latte auf 1.000-4.000€, in Einzelfällen sogar auf 6.000€ für einen 12-monatigen Freiwilligendienst.

Oft landen auf Umwegen auch Ersparnisse oder Kindergeld des Freiwilligen im Spenden-Kreis. Wer also kein Ass im Spendensammeln ist, muss oft eine beträchtliche Summe selbst zusammenbringen. Hinzu kommen die Kosten für Anreise, Übernachtung und Verpflegung bei den Auswahltreffen (siehe „Das Auswahlverfahren“). Wir empfehlen Ihnen daher, sich frühzeitig bei der Entsendeorganisation über genaue Kosten und Leistungen zu informieren.Kosten und Taschengeld deutscher Freiwilligendienste

Offiziell ist ein privater Förderkreis natürlich keine Teilnahmevoraussetzung, und auf den Webseiten des Bundesfamilienministeriums zum IJFD wird das Thema mit keinem Wort erwähnt. Oft fragen die Trägerorganisationen aber schon bei der Bewerbung, ob die angehenden Freiwilligen zur Gründung eines solchen Förderkreises bereit sind.

Aus unserer Sicht ist grundsätzlich nichts gegen eine Eigenbeteiligung der Freiwilligen einzuwenden. Im Gegenteil: Durch das Aufstocken der staatlichen Zuschüsse kommen viele gemeinnützige Projekte überhaupt erst zustande. Allerdings sollte den Freiwilligen von vornherein offen gesagt werden, dass die Teilnahme am IJFD nicht ohne eigene Kostenbeteiligung möglich ist, und sie unter Umständen mit hohen Eigenkosten rechnen müssen.

Dauer des IJFD

Theoretisch können Projekte beim Internationalen Jugendfreiwilligendienst von einem halben Jahr bis zu 18 Monaten dauern. Die letzten offiziellen Zahlen zeigen, dass sich rund 53% der IJFD-Teilnehmer 1 Jahr oder länger engagieren. Auch auf Anfrage konnte uns das Ministerium keine Auskunft darüber geben, wie viel Prozent der IJFD-Freiwilligen nur 6 Monate im Ausland bleiben.Bewerbungsfristen und Dauer deutscher Freiwilligendienste

Wer sich also nur 4 Wochen oder 2-3 Monate in Afrika, Asien oder Mittelamerika engagieren will, z.B.  zwischen Schule und Studium oder während der Ferien, wird in der Regel auf flexible Freiwilligenarbeit ausweichen.

Zielländer beim IJFD

Wie bei anderen Freiwilligendiensten auch, spielen bei der Wahl der Einsatzorte von IJFD-Projekten die persönlichen Vorlieben der angehenden Freiwilligen keine Rolle. Sprich: Es geht nur dahin, wo das Familienministerium auch Stellen bezuschusst. Und das kann prinzipiell überall sein, denn im Gegensatz zum weltwärts-Programm ist der IJFD nicht nur auf Schwellen- und Entwicklungsländer begrenzt.

Einsatzorte beim IJFDDa der IJFD den interkulturellen Dialog insbesondere in Europa fördern soll, gibt es vor unserer Haustür auch die meisten Stellen. Im Jahr 2011 blieb fast die Hälfte aller Freiwilligen auf dem alten Kontinent. Auf den Plätzen 2 bis 4 folgten Asien, Südamerika und Afrika, das Schlusslicht bildeten die USA und Kanada.

Die Suche nach einer IJFD-Stelle: Ohne Fleiß kein Preis!

Vor den Erfolg haben die Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt, weshalb es beim IJFD auch keine zentrale Stellenbörse gibt. Um Ihnen die Suche nach Einsatzstellen zu erleichtern, gibt es auf den offiziellen IJFD-Webseiten eine Liste aller Trägerorganisationen, die Sie anschließend einzeln kontaktieren können. Bei dieser Gelegenheit sollten Sie sich auch gleich über Bewerbungsfristen und –Ablauf informieren, denn ein einheitliches Bewerbungsverfahren für den IJFD gibt es nicht.Ausreise-Termine deutscher Freiwilligendienste

Bewerbung für den IJFD

Wer per IJFD ins Ausland will, muss weit im Voraus planen, schließlich beträgt die Vorlaufzeit der Entsendeorganisationen häufig fast 1 Jahr! Warum so lange? Zum einen um die Flut an Bewerbungen zu bewältigen, zum anderen weil der Bewerbungsprozess aus mehreren Etappen besteht und daher zeitintensiv ist.

Den Anfang macht die gute alte schriftliche Bewerbung, zu der in der Regel folgende Unterlagen gehören:

  • ausführlicher Lebenslauf und Motivationsschreiben auf Englisch
  • Nachweise über bisherige ehrenamtliche Tätigkeiten
  • Nachweise über Sprachkenntnisse
  • Zeugniskopien
  • Empfehlungsschreiben (z.B. vom Lehrer, Pfarrer oder Trainer)
  • Angaben zu vorherigen Auslandsaufenthalten

Einige Entsendeorganisationen gehen ganz auf Nummer sicher und fordern zusätzlich ein polizeiliches Führungszeugnis sowie ein Anschreiben an die zukünftige Gastfamilie.

Trotz des ganzen Aufwands ist für einige aufgrund der großen Konkurrenz hier schon Schluss. Dabei erwischt es vor allem jene Bewerberinnen und Bewerber, die sich bisher noch nicht ehrenamtlich engagiert haben. Kein Wunder, schließlich sehen viele Trägerorganisationen ehrenamtliches Engagement, z. B. im Sportverein oder der Gemeinde, als das Auswahlkriterium für zukünftige Freiwillige. Für alle anderen folgt ein telefonisches Bewerbungsgespräch, bei dem sich die Trägerorganisation einen ersten Eindruck vom Bewerber verschafft. Denn bitte nicht vergessen: Es handelt sich um ein Bewerbungsverfahren; d. h. es gibt keine Platzgarantie und je interessanter die Stelle umso größer in der Regel die Konkurrenz.

Einige Wochen später erfahren die potenziellen Freiwilligen, ob sie zu einem Auswahlwochenende eingeladen werden. Hier gibt es nicht nur wichtige Infos über die einzelnen Projekte und Einsatzländer, sondern auch ein persönliches Bewerbungsgespräch mit den Mitarbeitern der Entsendeorganisation. Die Kosten für die Anreise, Verpflegung und Unterkunft tragen in der Regel die Teilnehmer selbst.

Am Ende des Bewerbungsverfahrens steht für durchschnittlich eine von fünf Bewerberinnen die heiß ersehnte Zusage. Bei spannenden Projekten in beliebten Einsatzländern kann es aber auch vorkommen, dass sich 20 oder mehr Bewerber um dieselbe Einsatzstelle streiten.

Projekte und Tätigkeitsbereiche beim IJFD

IJFD-Einsatzstellen gibt es in sämtlichen gemeinwohlorientierten Bereichen:

  • Arbeit mit alten, kranken und behinderten Menschen, mit Kindern und Jugendlichen
  • Kultur, Sport und Denkmalpflege
  • im ökologischen Bereich (Naturschutz, Umweltbildung, nachhaltige Entwicklung)
  • Bildung
  • Frieden- und Versöhnungsarbeit und Demokratieförderung

 

Voraussetzungen zum IJFD

Um beim IJFD dabei sein zu können, müssen Freiwillige die folgenden Rahmenbedingungen erfüllen:

  • 15/16 – 26 Jahre (nach Erfüllung der Vollzeitschulpflicht; bei Dienstende jünger als 27 Jahre)
  • Deutsche Staatsbürgerschaft oder ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht (d.h. auch EU-Ausländer sowie nicht-EU-Ausländer mit Visum). Österreicherinnen und der Schweizer können sich also ebenfalls bewerben!
  • Teilnahme an 25 Seminartagen
  • Abitur oder eine abgeschlossene Berufsausbildung sind nicht nötig

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